Elsflether beenden Niederlagenserie

Elsfleth So geht Abstiegskampf: Mit einem 25:21 (11:10)-Heimsieg gegen den TuS Rotenburg haben die Oberliga-Handballer des Elsflether TB am Samstag ihre neun Spiele anhaltende Sieglos-Serie gestoppt. Dabei musste Trainer Ulrich Adami auf gleich vier wichtige Rückraumspieler verzichten. Doch mit tollem Einsatz zwang der ETB den Tabellen-Sechsten in die Knie.

Weil auch Martin Wille grippegeschwächt kaum einplanbar war, musste Adami mit nur sieben Feldspielern auskommen. Doch die legten gleich mal los wie die Feuerwehr. Nach sieben Minuten lag der ETB mit 4:0 in Front. Für Gästetrainer Nils-Oliver Muche Anlass genug, seine Mannschaft früh zurechtzustutzen, indem er die Würfe seiner Spieler mit harschen Worten kritisierte.

Rotenburg kämpft

Doch der Aufsteiger zeigte, warum er derzeit einen tollen sechsten Platz belegt. Angeführt vom elffachen Torschützen Lukas Misere kämpfte sich der TuS zurück ins Spiel und glich beim 8:8 erstmals aus. Nach einem Treffer von Fynn Oberegger zum 11:10 gingen die Hausherren aber doch noch mit einer Führung in die Halbzeitpause.

Bis zum 16:16 (45.) ging es hin und her, ohne große Vorteile für die eine oder andere Mannschaft. Dann brachten Justus Pille und Tizian von Lien den ETB mit ihren Treffern mit 19:17 nach vorne. TuS-Trainer Muche reagierte und ordnete eine doppelte Manndeckung gegen von Lien und Christopher Santen an. Der Schuss ging allerdings nach hinten los, denn von nun an drückten Justus Pille und Bastian Rambau dem Elsflether Spiel ihren Stempel auf.

Beim 23:17 (55.) war der Heimsieg vor dem begeistert mitgehenden Publikum eingetütet. Der Rest war Schaulaufen, obwohl die Rotenburger mit einer kompletten Manndeckung noch einmal alles gaben.

Topleistung

„Für das, was wir noch aufzubieten hatten, war das eine Top-Leistung. Die Mannschaft hat klasse gekämpft“, sagte Adami. Und als sich der Elsflether Coach direkt nach der Partie an der frischen Luft von der Aufregung erholte, bekam er von den Zuschauern viel Lob. „Uli, das war ’ne Wucht“, meinte Marga Rambau, die Großmutter des fünffachen Torschützen Bastian Rambau.

ETB: Völkers, Danielzik – Pille (6), Rambau (5), von Lien (5), Santen (5/1), Oberegger (3), Janßen (1), Bolte, Wille, Klostermann.

Stationen: 4:0 (7.), 7:4 (20.), 11:10 (30.), 13:14 (39.), 16:16 (45.), 23:17 (55.), 25:21 (60.).

Einzelkritik

Kevin Danielzik: Ganz starke Partie. Ließ sich erst nach über sieben Minuten erstmals bezwingen. Mit teilweise spektakulären Paraden einer der Matchwinner dieser Partie.

Marcel Völkers: Kam bei einem Siebenmeter zum Einsatz, war aber chancenlos.

Justus Pille: Der A-Jugendliche ließ in der ersten Halbzeit noch drei gute Chancen liegen, darunter einen Siebenmeter. Drehte aber in der Schlussviertelstunde auf und fand zu seiner Wurfsicherheit zurück.

Bastian Rambau: Tat sich lange schwer gegen die robuste Rotenburger Defensive. Als die Gäste aber zehn Minuten vor dem Ende auf eine doppelte Manndeckung umstellten, nutzte er den Raum und erzielte vier blitzsaubere Tore.

Tizian von Lien: Denker und Lenker im Elsflether Angriffsspiel. Tolle Pässe, tolle Tore. Er riss die Mannschaft mit.

Christopher Santen: Übernahm im ersatzgeschwächten Rückraum viel Verantwortung. Allerdings streute er auch mehrere Fahrkarten ein.

Fynn Oberegger: Seine drei Treffer erzielte der Rechtsaußen zu ganz wichtigen Zeitpunkten. In der Abwehr hatte er die unangenehme Aufgabe, Lukas Misere, den Führenden der Oberliga-Torschützenliste, in Schach zu halten. Der Rotenburger erzielte zwar erneut elf Treffer, allerdings hauptsächlich durch Siebenmeter, Tempogegenstöße und nach Einlaufen auf eine Rückraumposition.

Malte Janßen und Philipp Bolte: Vorne teilten sie sich die Kreisläuferposition, kamen dort aber nicht recht zum Zug. Umso stärker ihre Leistung im Mittelblock. Sie warfen sich in jeden Zweikampf und blockten mehrere Würfe. An den beiden war kein Vorbeikommen.

Martin Wille: Arg grippegeschwächt kam der Kreisläufer nur wenige Momente zum Einsatz.

Sascha Klostermann: Wegen der Personalnot war der Torhüter als Notnagel im Feld vorgesehen. Er wurde aber nicht benötigt.

Quelle: https://www.nwzonline.de/wesermarsch/lokalsport/elsfleth-handball-elsflether-beenden-niederlagenserie_a_50,1,342644664.html